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Nachhaltigkeit hat bei uns viele Facetten: eine Reise durchs Bienenjahr

18.05.2026

Nachhaltigkeit hat bei uns viele Facetten: eine Reise durchs Bienenjahr

Dank der Erfahrung unseres Imkers und dank des sprichwörtlichen Fleißes der Bienen sind sogar unsere Kundenpräsente in Form von leckerem Honig natürlichen Ursprungs: gesammelt von unseren vier hauseigenen Stadtbienenvölkern. Betreut von Andreas Fritzsch liefern die Bienen biodiversitätsfördernden, schmackhaften Stadthonig direkt vom Dach der Stadthalle Reutlingen. Dieser Honig ist nicht frei verkäuflich und kommt dennoch immer bestens an. Bei uns wird Nachhaltigkeit mit allen Sinnen erlebbar – etwa durch Stadthonig von unseren eigenen Bienenstöcken, regionale Produkte und ressourcenschonende Abläufe.

Warum bieten wir nachhaltige Veranstaltungen an? 
Weil wir für eine gesicherte, bewusste Zukunft unseres Hauses Veranstaltungskompetenz mit einem zertifizierten Nachhaltigkeitsmanagement verbinden. Unser umfassend dokumentiertes Nachhaltigkeitsprofil – mit Green Globe Platin-Status, regelmäßigem Energie-Audit, myclimate-Partnerschaft und umfassenden Maßnahmen im Gebäude- und Veranstaltungsbetrieb – ist in der Eventszene noch immer die Ausnahme. Unser ausgeprägtes Nachhaltigkeitsprofil ist eine Besonderheit in der Eventszene. Das gesamte Team der Stadthalle Reutlingen steht für effizient-ressourcenschonendes Hallenmanagement: zertifiziert, engagiert und überzeugt.
Dafür werden all unsere Veranstaltungen zu 100 % nach den Standards unseres Klimaschutzpartners myclimate CO₂-bilanziert. Auf dieser Basis vermeiden und reduzieren wir Emissionen – z. B. durch 100 % Strom aus erneuerbaren Energien, energieeffiziente Hallentechnik und regional-saisonales Catering – und unterstützen ergänzend ausgewählte Klimaschutzprojekte. Auch in unseren weiteren Geschäftstätigkeiten, von Einkauf über Organisation bis Entsorgung, orientieren wir uns an ressourcenschonenden und sozial verantwortlichen Kriterien. Ob 100 % Strom aus erneuerbaren Energien, Echtzeitverbrauchskontrolle unserer energieeffizienten Hallentechnik, das konsequente Abschalten nicht benötigter Verbraucher oder das regional-saisonale Catering nach Bedarf: Nachhaltigkeit denken wir in all unseren Prozessen mit.

Das Bienenjahr: Was tun die Bienen wann und wofür?
Was bei den Menschen Frühlingsgefühle und Energieschübe auslöst, wirkt auch auf die Bienen. Steigen im Frühling die Temperaturen, erwachen die Lebensgeister der Insekten wieder. Während in noch frischen Nächten und kühlen Tagen das reinigende Sterben der Winterbienen läuft, beginnt auch bei unseren vier Völkern parallel die Bruttätigkeit der Bienenkönigin. Zwar verenden pro Volk und pro Tag bis zu 2.000 Bienen, doch das ist völlig normal. Selbst wenn rund um den Stock und die Einflugrampe im Frühling viele tote Bienen liegen, ist das kein Grund zur Sorge. Es ist der natürliche Verjüngungsprozess der Bienenvölker im Bienenstock, der im Fachjargon Beute genannt wird.

Reinigung und Verjüngung
Wir alle kennen den Frühjahrsputz. Dieser findet in ähnlicher Form auch bei den Bienen statt. Über den Winter sammeln die Bienen ihre Ausscheidungen in Kotblasen. Eine Entleerung im Stock findet nicht statt. Die Bienen nutzen im Frühjahr sofort jeden wärmenden Sonnenstrahl, um sich wieder draußen zu erleichtern. Wer genau hinschaut, kann es sogar sehen: Die Bienen fliegen nur kleine Runden um den Stock und lassen dabei „Fäden“ ab. Und wenn doch mal etwas im Stock daneben gegangen ist, wird es an den ersten Sonnentagen ebenfalls nach draußen befördert: effizient und konsequent, wie das gesamte Leben im Bienenstock übers ganze Jahr.

Bienestock geöffnet

Ist der Stock blitzblank sauber, gibt die Natur im Frühling unseren Bienen bereits den nächsten Startschuss: Sobald die ersten Haselnusspollen fliegen, beginnen die Winterbienen verstärkt mit der Arbeit. Diese Tiere sind mit etwa einem halben Jahr deutlich älter als die Bienen anderer Jahreszeiten, die nur etwa sechs Wochen leben. Dennoch geben die Veteranen jetzt noch einmal alles und sammeln fleißig Pollen. Dieser wird benötigt, damit die Bienenkönigin mit dem Eierlegen beginnen kann. Durch ausgeklügelte Brutpflege entwickeln sich aus den Eiern Maden: Die Winterbienen bauen die Brutwaben und versorgen diese durchgehend mit Futter und Wärme. Damit stellen sie sicher, dass die neuen Generationen optimal heranwachsen. Dann geht alles recht schnell: Die neuen, jungen Bienen schlüpfen schon nach wenigen Wochen und übernehmen bald selbst Brutpflegeaufgaben. Der Kreislauf funktioniert. Wenn es überall wieder blüht und grünt, sind die sogenannten Bienenweiden bereit. Die Tiere werden wieder aktiver, sobald das Signal der Natur aus Wärme, Licht und Nahrungsangebot stimmt.

Was der Imker unterstützend tun kann
Unser Imker Andreas Fritzsch schaut in regelmäßigen Abständen nach den Bienenvölkern und sorgt mit seinem feinen Gespür und großem Fachwissen dafür, dass es den Bienen gut geht.

Rähmchen mit Waben aus einem Bienenstock

  • Imker unterstützen Bienenvölker beispielsweise beim Wabenbau und erleichtern die Erstellung der sogenannten Honigräume.
  • Dafür bestücken sie elf gedrahtete Rähmchen mit je einer Bienenwachsplatte. Steigen die Temperaturen und bleibt es mehrere Tage lang bei etwa 15 Grad warm, setzen die Imker diese Rähmchen in die Bienenstöcke ein. Der Beutenaufbau, wie man diese Tätigkeit nennt, umfasst dann also den Brutraum – vergleichbar mit dem Erdgeschoss – sowie je zwei Honigräume aus elf Rähmchen als „1. und 2. Obergeschoss“.
  • Der Vorteil der fertigen Wände: Die Bienen sparen sich dadurch den energie- und zeitintensiven Eigenaufbau der Honigwaben aus Wachs.
    Dieses Angebot wird von den Bienen gerne angenommen: Ein beispielhafter Beutenaufbau besteht aus drei Zargen, also 33 Rähmchen, mit Sperrgitter über dem Brutraum, damit die größere Königin nicht in die darüber liegenden Honigräume einwandern kann, sondern nur die körperlich kleineren Arbeitsbienen. Es gibt aber auch andere Arten.

Bienenkönigin im Frühjahr im Dauereinsatz
Die Königin jedes Bienenvolks ist in der Lage, täglich bis zu 2.000 Eier zu legen. Solange diese aus ihrer Spermienblase befruchtet werden können, entstehen viele, viele junge Bienen. Sind die Eier befruchtet, entsteht eine weibliche Arbeitsbiene. Bleiben die Eier unbefruchtet, entstehen männliche Bienen: die Drohnen. Wie es um die Tiere steht, stellt der Imker spätestens beim Einsetzen der Honigräume und beim wöchentlichen Überprüfen stets aufs Neue fest. Andreas Fritzsch lässt bei jedem dieser Besuche stets größte Sorgfalt walten und achtet auf viele kleine Details, die seinem geschulten Auge nicht entgehen: So überprüft er beispielsweise die Kraft der Königin anhand kleiner weißer Stifte in den Honigwaben. Sind sie zu sehen, legt die Königin noch fleißig Eier.
Wussten Sie schon? Nur wenige Imker beherrschen auch die Zucht von Bienenköniginnen, sodass sie kränkelnden oder geschwächten Völkern durch das Einsetzen einer neuen Königin und einigen gesunden Bienen wieder zu neuer Kraft verhelfen können. Jedes Jahr wird die Königin mit einer anderen Farbe – einem kleinen Punkt auf dem Rücken – markiert. 
Bienenköniginnen entstehen nur deshalb, weil sie von ihren Arbeitsbienen anderes Futter bekommen: Gelée Royale. Die stärkste unter ihnen tötet die Konkurrentinnen. Das alles läuft innerhalb von nur 16 Tagen ab. Die bisherige Königin legt noch diese Eier, aus denen die neue Bienenkönigin hervorgeht.
 
Bienen gut umsorgt
Andreas Fritzsch, der seit 2011 imkert, wendet seine Kenntnisse auch dann an, wenn er kontinuierlich die Nahrungssituation der Bienen überprüft. Bevor der Frühling so richtig loslegt, ist das Angebot an blühenden Pflanzen – und damit die Nahrungsvielfalt der Bienen – überschaubar, sodass Andreas Fritzsch bei Bedarf zufüttert. Viel Erfahrung macht es möglich, dass durch bloßes Anheben der Bienenstöcke klar wird, ob das Einbringen von Flüssignahrung nötig ist oder nicht. Dieses Vorgehen ist für die Bienen sehr schonend, denn sie werden nicht durch ein Öffnen des Stocks irritiert. Die momentan noch eng beieinandersitzenden Bienen der Wintertraube bleiben somit unbehelligt und sind dennoch optimal betreut.


  
Ein Sommer voller Aufgaben
Im August und September sind die Königinnen der Bienenvölker dabei, Jungbienen zu produzieren. Diese sind notwendig für die gute Überwinterung des Bienenstocks. Doch der Nachwuchs darf zunächst in aller Ruhe Kräfte sammeln. Er wird nicht sofort mit Brutpflege für weitere Jungbienen oder bei Sammelflügen eingesetzt.
Die Jungbienen nehmen viel Pollennahrung zu sich – quasi ein Fett-Eiweiß-Polster als Reserve für den Winter und das Frühjahr. Diese Bienen leben mit bis zu einem halben Jahr auch etwas länger als ihre Artgenossen anderer Jahreszeiten. Sie sichern die Grundlage für den nächsten Abschnitt im Bienenstock-Jahreskreis. Als physiologisch junge „Allrounder-Bienen“ sind sie in der Lage, auch im Frühjahr noch alle Tätigkeiten von Bienen jüngerer Altersklassen zu verrichten. Die übrigen Arbeiterinnen des Bienenstocks kümmern sich derweil um das sogenannte Spättrachtangebot an Nektar und Pollen. Zudem sammeln sie fleißig Propolis, das u. a. ein multifunktionales Bienen-Kittharz ist. Falls über den Sommer Löcher in der Hülle des Bienenstocks entstanden sein sollten, werden diese repariert. Zudem verschließen die Bienen mit Propolis zuglufterzeugende Ritzen.
Hätten Sie gedacht, dass Frühjahrs- und Sommerbienen nur in den letzten zehn Tagen ihres kurzen Lebens ausfliegen, um Pollen zu sammeln? Umso respektabler ist die Leistung der Tiere insgesamt und der Winterbienen im Besonderen.
 
Behutsam und kundig: Wie der Mensch an den Honig kommt

Damit Andreas Fritzsch den Honig aus den Waben ernten kann, wird eine sogenannte Bienenflucht angelegt. Hierbei handelt es sich um eine runde Scheibe mit Löchern, die in sternförmigen, sich verjüngenden Gängen die Bienen vom Honigraum weglockt, weil sie darüber die unwiderstehlichen Pheromone ihrer Bienenkönigin wahrnehmen. Da wollen sie hin. Einmal in den Gängen drin, können sie jedoch nicht zurück, sodass ein für Mensch und Bienen stressfreies Entnehmen der Honigräume ermöglicht wird.
Im Anschluss daran schleudert Andreas Fritzsch den Honig, um das leckere Naturprodukt für den begehrten Reutlinger Stadthallenhonig zu gewinnen. Natürlich lässt der Imker seinen Bienenvölkern ausreichend Honig übrig, sodass sie genug Nahrung für sich selbst behalten.
Trockenheit macht sich sofort bemerkbar, denn dann bleibt es bei zwei Ernten im Jahr. In guten Jahren sind auch drei Ernten möglich; da kommen wir dann auf 70 bis 80 kg Honig je Stock. Sonst liegt der Honigertrag pro Beute zwischen 20 und 30 kg.

Sich regen, bringt Segen
Bienenfachleute beschreiben ein weiteres interessantes Phänomen, das im Spätsommer passiert: Sind die Honigwaben prall gefüllt und die Bruträume voll belegt, wird es den Bienen – wir würden sagen – langweilig. Sie folgen stets ihrem inneren Programm, das auf Emsigkeit gepolt ist. Damit sie dann nicht ins Schwärmen geraten, beugen Imker vor; denn dabei teilen sich die Völker, und ein Teil verlässt den Stock auf der Suche nach einer neuen Heimat. Das führt zu mühseligen und aufwendigen Einfangaktionen, wenn sich die Bienen in Trauben an Bäume, Dachrinnen o. Ä. hängen. Damit das nicht passiert, werden in regelmäßigen Abständen mit einem angewärmten Messer die Waben von der Mittelwand des Stocks entfernt. Dann müssen die Bienen die Struktur neu aufbauen, sind beschäftigt und kommen somit nicht „auf dumme Gedanken“. Sie lassen einfach ihre genetische Bestimmung weiterlaufen, die ihnen vorgibt: Baue Waben, fülle sie, versorge die Brut, sammle Pollen und Nektar und lagere alles ein. Das ist ihre natürliche Aufgabe; diese wird durch sanfte Nachhilfe des Imkers gefördert.

Heikle Phase: Zeit für Imker
Direkt nach der Honigernte gibt der Imker kleine Portionen Futter für die Brut in den Stock. Gleichzeitig startet die heikelste Aufgabe: der Kampf gegen die Varroamilbe, mit der Imker leben müssen. Ganz eindämmen lassen sich die Milben nicht mehr, doch ein Zurückdrängen ist möglich, sodass sie dem Bienenvolk nicht allzu sehr schaden. Nicht mehr ganz up to date ist es, nach der Honigernte mit in Ameisensäure getränkten Tüchern gegen die Varroamilbe vorzugehen. Stattdessen wird zwischenzeitlich eher über Verdunster der Befall mit Oxalsäure bedampft. Dieses Vorgehen ist die bisher einzige Methode, um dem Schädling beizukommen. Doch sie ist sehr diffizil, und der Erfolg hängt von vielen Faktoren ab, z. B. von der Außentemperatur. Der Korridor ist schmal: einerseits der Varroamilbe zu schaden, die Ameisensäure nicht verstoffwechseln kann, und andererseits gleichzeitig die Bienen zu schonen, die Ameisensäure etwas besser tolerieren. Deswegen gehen viele Bienenfachleute den Weg mit der Oxalsäure. Sie wirkt vor allem gegen die Milben auf den Bienen, während die Bienen selbst die Behandlung meist gut tolerieren, weil sie sich putzen können. Zeitpunkt und Dosis benötigen dennoch viel Erfahrung.

Schutzraum für die Königin – neue Wege im Kampf gegen die Varroamilbe
Imker scheuen weder Aufwand noch Mühe, um die Varroamilbe auf natürlichem Wege einzudämmen. Da der Schädling sich von der Bienenbrut ernährt, arbeiten ausgewiesene Bienenkenner mit folgender Methode: der Brutentnahme, auch Königinnenstopp genannt.

  • Dafür wird die Königin des Volkes für zwei Wochen in einer Art Kasten separiert, sodass sie keine neuen Eier mehr ablegen kann. Dadurch entwickeln sich nur die bis dato bereits in Waben befindlichen Eier zu Maden, aus denen wiederum Jungbienen schlüpfen.
  • Die Varroamilbe wird damit regelrecht ausgehungert, weil sie keine neue Nahrung mehr findet. Alle Milben stürzen sich auf die verbliebenen Rähmchen mit den Eiern und sammeln sich auf diese Weise an einem Ort.
  • Ist diese Konzentration erfolgt, entnimmt der Imker dieses Bruträhmchen aus dem Stock und „putzt“ sozusagen auf einen Schlag das Bienenhaus.

Das Prinzip dahinter: Der Imker opfert einen kleinen Teil der Brut auf diesem einen Brutrahmen, um das gesamte Volk zu schonen und vor zukünftigem, verstärktem Varroabefall zu schützen. Das Verfahren ist sehr aufwendig und entfernt auch nicht alle Varroamilben. Doch es wirkt trotzdem so gut, dass die Bienen mit den wenigen, noch verbleibenden Milben deutlich besser klarkommen. Ein großes Problem der Imkerei wird auf diese Weise gelöst – zumindest zufriedenstellend im Ergebnis und den Bienen dienlich. Nachhaltigkeit braucht viel Hingabe.

 

Aufgabenteilung für Qualität
Im Laufe des Oktobers geht die Bruttätigkeit der Bienenvölker auf dem Dach der Stadthalle immer weiter zurück. Der nächste Schritt ist die natürliche Auslese: Alte, verbrauchte Arbeiterinnen verlassen den Stock. Ihre Dienste werden im Winter nicht mehr benötigt. Sie machen Platz für die nachfolgenden Generationen. Der Nachwuchs übernimmt die Aufgaben des Folgejahres. Je nach Wetterumschwung ziehen sich die Bienen allmählich zu einer Wintertraube zusammen. In dieser Phase unterstützt Imker Andreas Fritzsch die Völker mit einer Zufütterung. Es gibt nahrhaftes Sirup. Die sogenannte Ruhe dauert dann bis Februar, ist jedoch kein Winterschlaf im eigentlichen Sinne: An sonnigen Wintertagen, wenn es am Flugloch warm wird, wird auch ausgeflogen – und die Bienen erkunden die Umgebung.

Ohne Bienen kein Leben
Wie wichtig die Bienen für den Menschen sind, verdeutlichen diese Fakten:

  • Rund 80 Prozent aller bei uns heimischen Nutz- und Wildpflanzen benötigen zwingend die Bestäubungsleistung von Bienen und anderen Insekten – sonst können sie nicht wachsen und gedeihen; auch Obstbäume, Erdbeeren oder Sonnenblumen gäbe es ohne Bienen nicht.
  • Bienen benötigen unseren Schutz, da bereits in ganz Europa kaum noch wildlebende Bienen vorkommen.
  • Ohne Bienen entstehen auch für den Menschen rasch Probleme bei der Nahrungsmittelversorgung.

Wissenswertes über die Bienen

  • Parasiten wie die Varroamilbe setzen Bienenvölkern arg zu. Auch Pflanzenschutzmittel, Monokulturen und der Schwund naturbelassener Flächen sowie der Klimawandel machen den summenden Gesellen das Leben nicht unbedingt leichter.
  • Seit 2015 steigt der Bestand an Bienenvölkern in Deutschland glücklicherweise wieder an: auf aktuell rund 976.400 Bienenvölker, laut der aktuellen Erhebung für 2025 von Statista.
  • Neben den uns bekannten Honigbienen (Apis mellifera) gibt es 560 weitere Wildbienenarten in Deutschland, deren Beitrag zur Bestäubung ebenfalls wichtig ist. Doch auch die Graue Sandbiene (Andrena cineraria), die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) – die ebenfalls zu den Wildbienen zählt – oder die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) sind gefährdet.
  • Hätten Sie’s gewusst? 120.000 km legen Arbeitsbienen zurück, um 500 Gramm Honig zu gewinnen.
  • Nach der deutschen Honigverordnung darf Honig in der Regel bis 20 % Wasser enthalten; bei den strengeren Richtlinien des Deutschen Imkerbundes liegt die Grenze für „Echten Deutschen Honig“ bei unter 18 %. Honig mit höherem Wassergehalt ist deutlich gärungsgefährdeter, und ab etwa 20 % steigt das Risiko für Gärung spürbar.
  • Die normale Lebenserwartung von Bienen liegt bei etwa sechs Wochen. Mit einem Tropfen Gelee Royale, dem „Zaubertrank“ der Bienen, erhöht sich diese Lebenszeit jedoch auf bis zu sechs Monate. 

Das sorgt dafür, dass die sogenannten Winterbienen dann den Stock gut über die kalten Monate bringen. Das Überwintern in überlebensfähiger Bienenvolkstärke wird auf diese Weise gesichert.
Noch mehr interessante Informationen und Zahlen rund um Bienen bietet auch der Deutsche Imkerbund.

Zum guten Umgang mit Bienen
Wie lästig Wespen oder Bienen beim Kaffeeklatsch oder Grillen im Garten sein können, wissen wir alle. Doch es gibt Möglichkeiten, bienenfreundlich zu handeln und in friedlicher Koexistenz mit den fliegenden Insekten den Sommer im Freien zu gestalten:

  • Stellen Sie sich niemals direkt vor die Beuten, denn dann „versperren“ Sie die Flugbahn zum Einflugloch des Bienenstocks, was die Bienen nachvollziehbarerweise nervös macht.
  • Bei Gewitterwetterlagen sollten Sie die Nähe von Bienenstöcken, insbesondere der Einflugschneisen, lieber meiden. Die erhöhte elektrostatische Aufladung der Luft, die die sensiblen Bienen wahrnehmen, sorgt für eine erhöhte Alarmbereitschaft bei den Insekten. Nähert sich dann ein „unbekanntes Flugobjekt“, sprich ein unachtsamer Mensch, dessen Pheromone die Bienen aufnehmen können, neigen die Bienen eher dazu, Gefahr zu wittern und zu stechen. Wer’s weiß, schützt sich also nachhaltig.
  • Pflanzen Sie im Garten bienenfreundliche Arten wie den Purpur-Sonnenhut, die robuste wie pflegeleichte Fette Henne, die Berg-Flockenblume oder auch Arten, die dank ihrer Aromen auch in der Küche willkommen sind. Hier eignen sich Zitronenmelisse oder Thymian zur Freude des Menschen und zur Unterstützung der Bienen und vieler weiterer Insekten wie z. B. Schmetterlingen.

Bienen in der Medizin
Bienen sind unglaublich clevere Gesundheitsmanager. Sie wissen genau, welche Pflanzen sie für ihre Ernährung und die Gesunderhaltung ihres Volkes benötigen. Bienengesundheit ist leider oft bedroht. Doch bemerken Imker inzwischen einen Bewusstseinswandel bei Landwirten und Besitzern von Privatgärten: Bienenfreundlichkeit ist zum Thema geworden. Gerade die Zahl der Stadtimker steigt, da die blühende Vielfalt innerstädtisch meist größer ist als bei riesigen Rapsfeldern auf dem Land.
Bienen nehmen nur die Nährstoffe auf, die sie wirklich benötigen. Weil sie dabei sogar ein Überangebot an Pollen heranschaffen, ist es den Menschen möglich, den Pollen ohne Schaden für die Tiere zu gewinnen. Diese Pollen sind sehr gesund und können auch von uns Menschen als Mittel gegen Herpes oder Mundfäule eingesetzt werden. Hier die Fakten in aller Kürze:

  • Pollen sind bei den Bienen das Futter für die Brut.
  • Überschüssige Pollen gewinnt der Imker durch eine spezielle Vorrichtung im Bienenstock, über die die Arbeitsbienen in den Stock kommen: Die runde Falle sorgt dafür, dass die Beinchen der Bienen leicht abrutschen und dabei der überschüssige Pollen herabfällt.
  • Zu viel Pollen im Stock lockt die Wachsmotte an, deswegen ist die feine Balance aus Vorkommen und Abschöpfen der Übersammlung von Pollen wichtig, die der Imker vornimmt.

Tausendsassa Propolis: Natur hilft heilen
Propolis ist eines der wichtigsten Produkte, die die Bienen herstellen. Es ist ein natürliches Antibiotikum und wirkt sowohl antiviral als auch antibakteriell. Die Bienen verwenden Propolis, um ihre Brut zu schützen und den Stock zu desinfizieren. Auch wir Menschen können von den heilenden Eigenschaften der Propolis profitieren. In der Naturheilkunde wird Propolis seit Jahrhunderten erfolgreich gegen Erkältungen, grippeähnliche Symptome, Halsentzündungen und sogar gegen Krebs eingesetzt. Die Wirkstoffe in Propolis sind ätherische Öle, Flavonoide, Phenole und Bienengift. Noch immer sind nicht alle Inhaltsstoffe erforscht. Sicher ist jedoch: Flavonoide wirken entzündungshemmend und Phenole antioxidativ. In Studien wurde nachgewiesen, dass die Wirkstoffe in Propolis die Produktion von Interferon stimulieren, einem Protein, das das Immunsystem stärkt. Die Anwendung erfolgt äußerlich als Salbe oder Creme oder innerlich in Form von Tees oder Tropfen. Auch homöopathische Globuli mit Propolis sind erhältlich.

Gelée Royale – das Elixier der Jugend
Sommerbienen leben nur etwa sechs bis acht Wochen und produzieren in dieser Zeit größere Mengen an Gelée Royale. Gelée Royale ist ein Sekret, das von den Drüsen im Kopfbereich der Weibchen (Arbeiterinnen und Königin) abgesondert wird. Dieses kostbare Produkt dient exklusiv der Bienenkönigin als Futter. Die Biene ist also ein perfektes Beispiel für effektives Gesundheitsmanagement: Krankheiten werden bei regelmäßiger Einnahme unterstützend bekämpft, bevor sie überhaupt entstehen können. Für den Einsatz beim Menschen legen Imker für einen kurzen Zeitraum Leisten von oben aufs Bienenvolk. Weil diese der üblichen waagrechten Eiablage entgegenstehen, bauen die Bienen längliche Waben – aus denen sich das Gelée Royale abernten lässt. Gelée Royale kann das Immunsystem stärken, Falten reduzieren und die Haut straffen.

Nachhaltigkeit, die Sinn macht
Wir sind am Ende unserer Reise durchs Bienenjahr angekommen. Unsere Geschäftsführerin der Stadthalle Reutlingen, Petra Roser, fasst zusammen: „Für uns sind die Bienen auf dem Hallendach ein vielseitiger Baustein unseres umfassenden Nachhaltigkeitskonzepts. Als fester Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie unterstützt dieser Beitrag den Erhalt der Biodiversität und der Bestäubung von Pflanzen im städtischen Raum. Wir finden: Das macht Sinn! Und der Honig ist einfach unglaublich lecker.“
Interessierte können sich jederzeit auf unserer Webseite über unsere weiteren Nachhaltigkeitsmaßnahmen und natürlich auch das reichhaltige Veranstaltungsangebot informieren.

Interessierte können sich jederzeit auf unserer Webseite über unseren ökologischen Hallenbetrieb und natürlich auch das reichhaltige Veranstaltungsangebot informieren.